Künstlerdorf Bichinho

Auf eine Empfehlung fuhren wir heute zu einem Dorf, wo die armen Bauern durch Kunsthandwerk zu Wohlstand gelangten, weil sich vor vielen Jahren ein Künstler im Örtchen niedergelassen hat und den Bauern zeigte, was man aus Holz, Metall, Farbe und Stoffen mit wenig Aufwand herstellen kann. Inzwischen hat fast jedes Haus ein eigenes Atelier mit Verkaufsraum. Ich habe noch nie so viele nützliche Gegenstände aus recycelten Material gesehen.
Leider war es an diesem Tag besonders heiß. Ein Taxi setzte uns direkt am Dorfeingang, an einem großen Gehöft mit einer inspirierenden Ausstellung an recycelten Kunsthandwerk ab. Hier schauten wir uns tolle Exponate an, Marie kaufte sich sogar ein hübsches Teil mit kleinen Holzfischen. Als Dankeschön wurde wir alle auf einen echten Brasi Kaffee eingeladen, allein die Zubereitung in einem Blechtopf mit einem Riesenfilter war schon sehr originell.

Von dort aus ging es eine mindestens 3 km lange Dorfstraße in der prallen Sonne entlang, kein Wirtshaus weit und breit. Am Ende des Dorfes sollte es ein gutes Restaurant geben, dort wollten wir uns alle treffen.
Anmerkung: Gut, das wir uns jeden Morgen mit Sonnenchreme LSF 50 versorgten, wir blieben bisher von Sonnebränden verschont. Zwischenzeitlich sehen wir nicht mehr wie Gringos aus, sondern sind nun hübsch gebräunt. Auch Mückenplagen hatten wir bisher keine erlebt.

Nach dem 5. Atelier gaben wir auf und wollten nur noch in den Schatten und was Kühles trinken. Es gab mindestens noch 25 solcher Läden, aber wir hatten bereits bei den ersten Stopps so viele Ideen für unser eigenes Recycling Material gespeichert.
Das Dorf zog sich, es war Mittag, die Sonne brannte unerbittlich, kein Schatten, schließlich fanden wir die Tempero da Angela, ein gemütliches landestypisches Lokal mit eben solcher Küche, man konnte für umgerechnet 7,50 € soviel essen, wie man wollte und was man wollte, inkl. Kaffee. Endlich konnte man die herrlichen Pürrees, die noch unbekannten Gemüse und Desserts kosten. Das Essen stand in urigen Töpfen auf 2 Holzöfen, die ständig befeuert wurden. Ich probierte auch von der eßbaren Hecke, ein Gemüse, ähnlich wie Spinat, kann man roh oder gekocht essen und schmeckt auch so ähnlich. Sieht nicht spektakulär aus.
Das ganze angebotene Gemüse war Bio und kam aus dem Garten gleich hinter dem Restaurant, den ich mir anschauen durfte, viele Gemüse ähneln unserem, nur der Grünkohl sah etwas anders aus, und schmeckt hier auch besser.
Aus dieser Gegend kommt auch einer der besten Cachaca, den Lutz und die Mädels gleich mal zur Verdauung probierten.

Geheimtipp: weder das Künstlerdorf noch das urige Restaurant fanden sich in deutschsprachigen Reiseführern oder im Internet zum Gebiet Minas Gerais, den Tipp gab uns die Wirtin unserer Posada.

Am späten Nachmittag waren wir in Tirandentes ein bisschen Shoppen, wir haben uns für den Karneval in Rio nach auffälliger Kleidung umgeschaut und wurden fündig: für Lutz ein neongrünfarbenes Shirt und für mich knackige, kurze, ausgefranste neongrüne Shorts.

Am Abend saßen wir ganz gemütlich an einer uralten Brücke unter Bäumen bei einem Italiener, es gab italienisches Essen, natürlich nach brasilianischer Art, also mal ganz anders, aber super lecker.

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